Dienstag, 6. Dezember 2011

Schein und Sein

Es ist acht Uhr Morgens, während meine Kolleginnen genüsslich Brote schmieren und Brötchen essen trinke ich meine 1,5 Liter Smoothie in einem hellen leuchtenden Grünton. "Sagmal was trinkst du denn da?" höre ich auch an diesem Tag ungefähr drei Mal. Mittags sitze ich vor einem Teller Salat, meine Kolleginnen verleiben sich Pasta ein. "Also du bist ja wohl voll auf dem Gesundheitstripp zur Zeit, oder?!?". Mein Mittagssalat hat aber weniger mit meinem Gesundheitsbewusstsein zu tun, als vielmehr mit meiner Abneigung gegen die Alternative in Form eines Brokkoli-Blumenkohl-Auflauf (besteht gefühlt aus 90% Ei, 8 % Wasser und 2 % Gemüse).
Und überhaupt, mache ich wohl einen gesünder lebenden Eindruck als es der Realität entspricht. Zwar trinke ich zur Zeit morgens meinen Smoothie anstelle eines festen Frühstücks, dies ändert aber nichts an den größeren Häufchen Schokolade die ich mir im Laufe eines Tages einverleibe, oder an der Teils ungesunden Auswahl bzgl. der anderen Tagesmahlzeiten. So war mein ganzer nach Hause Weg gestern schon von dem Gedanken bestimmt was ich Abends leckeres (und vor allem warmes/erhitztes) essen könne. Die Entscheidung viel auf Pommes. Sonntag gab es übrigens Pizza, mit gefülltem Käserand <3. Käse? Ja natürlich - das weiß vielleicht gar nicht jeder meiner Blogleser, auch falls es manchmal den Eindruck erwecken sollte, ich bin keine Veganerin. Nein, ich bin nichtmal mehr eine Vegetarierin. Ich esse zwar zu Hause zu 95% vegan, aber außerhalb in der Regel vegetarisch. Da ich alle paar Wochen auch mal Fisch oder Fleisch zu mir nehme kann ich mich aber auch nicht als Vegetarierin bezeichnen.
Ich bin gespannt was meine Kollegen sagen wenn ich nächstes Jahr 21 Tage lang dem Detox-Leben huldige. Zumindest wird auffallen das ich nicht mehr 2-4 Stücke Kuchen zu mir nehme wenn welcher zur haben ist. Ich liebe Süßwaren und Gebäck... Das wird mir schwer fallen. Zuckerentzug ist für mich härter als auf anderes wie z.B. auf tierische Produkte zu verzichten.

Warum ich über Schein und Sein berichte? Weil ich gerne in einem realistischen Licht dastehen möchte und weil ich Menschen gerne das Gefühl vermitteln das niemand perfekt ist. Oft lese ich Blogs und Internetseiten von anderen Menschen und denke mir "Wow, xy lebt ja sowas von straight und gesund, ich schaff das nicht". Um diesen "Versagergefühl" bei meinen eigenen Lesern vorzubeugen, möchte ich hier auch von meinen unperfekten Seiten berichten und nicht nur von meinen vorbildlichen.

Zu den vorbildlichen Seiten:
Gestern wieder größerer Einkauf (um es nicht zu perfekt erscheinen zu lassen, ich war in einem konventionellen Supermarkt, nix Bio *g*). Es gab Grünkohl, Salatherzen, viele Äpfel, Kakis, Granatapfel, Rosenkohl, Feldsalat und Brokkoli. Auf den Grünkohl im Smoothie bin ich schon gespannt, den gibts heute.

Hab gestern übrigens in einer fb Gruppe ein interessantes Video entdeckt, über rohköstliches Make-up:

Hab heute mal die rote Beete als Rouge getestet und für gut befunden :)

Kommentare:

  1. Witzige Idee mit dem Make Up, allerdings hätte ich die Befürchtung, dass ich durch den Fruchtgeruch vor allem im Sommer noch mehr Insekten als sonst anziehe... ;)
    Aber mich hat die Intensität der "Mascara" dann doch überrascht!

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  2. oh.... ich dachte bisher in der tat, du seist roh-veganerin. mal ne frage: wieso isst du denn fleisch/fisch? dass vegan außer haus manchmal schwierig ist, weiß ich, aber etwas vegetarisches bekommt man überall. also nur wegen dem geschmack?

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  3. @Mausflaus
    Ich beschäftige mich schon seit meiner Jugend (also über 10 Jahre) mit vegetarischer Lebensweise, habe auch viel dazu gelesen, Filme gesehen und zeitweise immer wieder für Jahre oder Monate komplett vegetarisch gelebt. Es hat viele Jahre gedauert bis ich mir eingestanden habe das dies keine Ernährungsweise für mich ist. Zum einen ja, weil mir Fleisch und Fisch manchmal wirklich gut schmeckt und zum anderen weil ich einfach nicht zu 100% dahinter stehe. Ich finde es einfach nicht grundsäzlich falsch und unethisch Tiere zu essen. Das hat viel mit meiner Weltanschauung zu tun und auch mit meiner heidnisch-naturspirituellen Ausrichtung. Ich finde es einfach nicht verwerflich wenn man ein Tier tötet um sich davon zu ernähren, dass ist für mich an sich erstmal nichts barbarisches, unnatürliches und falsches.
    Was ich allerdings verwerflich, unethisch und falsch finde ist Massentierhaltung, Tiere zu quälen, Regenwälder abzuholzen für Nutztierfutterpflanzen, Tiere mit Medikamenten vollzupumpen, Tiertransporte usw. Und was ich schlimm finde ist Spezifizismus "Ich esse nichts was man streicheln kann, Lamm oder Kaninchen würde ich nie essen" "Ich esse nur aus der Tiefkühltruhe, ich würde nie ein Tier essen dem ich vorher in die Augen gesehen habe". Dann soll man gar kein Tier essen. Zumindest halte ich es so. Ich würde sogar Hund, Katze und Co essen. Denn ich machen keinen Unterschied zwischen einer Kuh, einem Schwein, oder einem Meerschweinchen. Tier ist Tier, Fleisch ist Fleisch. Beides sind beselte Lebewesen. Keines ist liebenswerter oder wertvoller als das andere. Entweder man steht
    dahinter Tiere zu essen oder nicht.
    Wenn ich ein Tier esse, dann tue ich es in einer Haltung der Dankbarkeit. Ich verbinde mich gedanklich mit dem Geist des Tieres und dankem ihm.
    Es kommt nicht so häufig vor das ich Fleisch oder Fisch esse, aber selbst wenn es nur 1x im Jahr wäre, ich finde nicht das ich mich als Vegetarierin bezeichnen sollte, wenn es solche Ausnahmen gibt. Auch wenn ich Vegetarismus und Veganismus sehr begrüße und mich zum Großteil vegetarisch bzw. zeitweise auch vegan ernähre.

    LG
    Karmi

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  4. Konsequent wäre, wenn Du das Tier dann auch selbst jagen und schlachten würdest.
    Artgerecht ist die Freiheit und nicht die Biohaltung.

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  5. Konsequent wäre es auch, wenn du lieber Anonymer Kommentaror, nicht anonym irgendwelche Kommentare hinterlassen würdest...
    Ja natürlich ist das die konsequenteste Art des Fleisch essens. Deswegen greife ich wenn, am liebsten auf Fleisch z.B. direkt vom Jäger zurück (Wildschwein, Reh etc.) da diese Tiere zumindest in Freiheit gelebt haben. Ich würde auch selber jagen wenn ich Hunger hätte und es für mein Überleben notwenig wäre und mit dem schlachten hätte ich sicher gringe Probleme, da ich mit dem Verarbeiten toter Tiere von Kindheit an vertraut bin.
    Soviel dazu von mir, weiter werde ich auf das Thema in Zukunft auch nicht eingehen da ich Diskussionen mit Veganern ablehne, genau so wie mit Fleischessern oder anderen Menschen die ihre Wahrheit als die einzige ansehen und sie gerne jedem Menschen aufzwängen möchten. Ich denke jeder von uns muss für sich selbst Entscheidungen treffen, was für den einen richtig ist, ist nicht für jeden anderen ebenfalls richtig. Ich kann von mir behaupten das ich gut informiert bin über Veganismus, die Hintergründe & Zusammenhänge von Fleischkonsum und Co und trotzdem habe ich mich dazu entschieden nicht vegan zu leben, dazu habe ich ein Recht und ich bin niemandem eine Rechtfertigung schuldig.
    Amen ;)

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  6. danke für die ausführliche Erklärung. Allerdings ist es ziemlich ungewöhnlich, zu hören, dass es vertretbar sei, Tiere aus Genussgründen zu töten. Und irgendwo muss ich Anonym zustimmen; wenn man sagst, dass man es okay findest, tiere zu töten, sollte man auch in der lage sein, bilder von der tötung anzusehen bzw. es selbst zu tun.
    aber da du das kannst ist dein standpunkt ja akzeptabel.
    einziges "gegenargument" wäre nur, dass wild glaub ich häufig ziemlich belastet ist, ähnlich wie waldpilze. aber da hast du dich wahrscheinlich schon informiert :-)
    lg mausi

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  7. Danke für diesen Beitrag, ich glaube, den habe ich jetzt Mal gebraucht. Ich lebe wohl relativ ähnlich - momentan ziemlich oft vegan, unterwegs meist eher vegetarisch und ich kann auch nicht sagen, ich würde nie wieder Fleisch oder Fisch essen. Vielleicht ist es so, aber wenn nicht, dann sollte das auch okay sein, für mich und für andere.

    Und ja, dem Zucker zu entsagen wäre für mich leider auch das allerschwierigste - und genau deshalb versuche ich das nächstes Jahr den kompletten Januar über auch mal.

    So einen grünen Smoothie würde ich übrigens auch gern mal probieren, leider habe ich dazu nicht die passende Küchenausstattung.

    LG
    Liath

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  8. Hi Liah :)
    Also eine Freundin von mir macht die grünen Smoothies einfach mit einem Pürierstab. Man braucht nicht unbedingt einen Blender, vor allem wenn man das ganze vielleicht einfach erstmal nur ausprobieren möchte.
    LG
    Karmi

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