Freitag, 10. Februar 2012

Getestet & nachgekocht: Vegan Guerilla

Ende letzten Monats hat mir eine Freundin freundlicherweise das Buch "Vegan Guerilla" von Sarah Kaufmann ausgeliehen. Die letzten Tage habe ich dazu genutzt einige Rezepte daraus nach zu kochen.


Was mir an dem Buch gut gefällt ist die optische Gestaltung. Die Fotos welche von ihrem Freund gemacht wurden, zeige alle frisch zubereiteten sowie später auch verzehrte Speisen sehr ansprechend inszeniert. Der harte Einband in Kombination mit dem inneren Ringbuch machen es möglich das Kochbuch in der Küche gut zu platzieren. Es klappt nicht von alleine zu, man kann es sowohl hinlegen als auch hochkant hinstellen und es ist insgesamt robust. Zu fast jedem Rezept gibt es noch einen kleinen Tipp, Zubereitungszeit und Portionen sind gut ersichtlich und es bietet eine schöne Auswahl an Salaten, Suppen, Hauptspeisen und Süßem.

Was mir nicht gut gefallen hat, ist das meinem Eindruck nach viel mit Fleischersatzprodukten wie Tofu, Seitan oder Tempeh gekocht wird. Ich bin gar kein Tofu-Fan, Seitan finde ich noch relativ lecker, ist dafür aber auch eher kostspielig. Mein Freund, seines Zeichens bekennender Allesesser, mag Fleischersatzprodukte überhaupt nicht und beschwerte sich des öfteren über den "Schuhsohlenzusatz" im Essen. Natürlich ist das eine reine Geschmackssache. Insgesamt sind die meisten Rezepte etwas zeitaufwendiger, nur 9 der 26 Hauptgerichte haben eine Zubereitungszeit von 25-30 Minuten, alle anderen liegen bei bis zu 60 Minuten. Ich koche zwar gerne, aber da ich zeitweise täglich nach oder vor der Arbeit noch kochen muss, mag ich auch gerne schnelle, unkomplizierte Gerichte.


Im folgenden zeige ich euch welche Rezepte ich nachgekocht habe und wie mir/uns diese gemundet haben. Aber denkt daran, bekanntlich läßt sich über Geschmack nicht streiten. ;)

Das erste Rezept welches ich nachgekocht habe, waren die Schupfnudeln in Sahnesauce. Wahrlich ein Erlebnis erstmals im Leben Schupfnudeln selbst zu machen. Da lobe ich mir doch die Einfachheit fertiger (jedoch natürlich unveganer) Schupfnudeln aus dem Kühlregal. Ein bisschen Stolz war ich aber doch auf mich und meine Tat. Geschmacklich eigentlich ein leckeres Gericht, mich störte aber die Senfnote in der Sahnesauce, da ich kein Senfliebhaber bin. Würde ich beim nächsten Mal weglassen. Meinem Freund hat es ganz gut geschmeckt.

Als nächstes folgte das Seitan-Gemüse in Erdnusssauce. Ich liebe Erdnussauce und Seitan schmeckt mir auch sehr gut, daher fand ich dieses Gericht wirklich himmlisch! Ich würde gar behaupten es gehört zu den Leckersten Gerichten die ich dieses Jahr bisher gekocht habe. Mein Freund dagegen fand den Seitan wie zu erwarten Schuhsohlenartig und unschmackhaft, außerdem ist er kein Fan von Satésauce. Daher hatte ich dieses Essen fast für mich alleine.

Für den Seitan auf Mangold-Sahnesauce fehlte mir leider der Seitan, deswegen verwendete ich den im Tipp als Ersatz vorgeschlagenen Tofu. Dieses Essen schmeckte keinem von uns. Wir mochten beide den panierten Tofu nicht, der Rest des Gerichtes war uns irgendwie zu säuerlich. Wir aßen nur so viel bis wir satt wurden. Gibt es bei uns wohl kein zweites Mal.

Anfang der Woche gab es Tofubällchen, Bohnen und Süßkartoffeln vom Blech. Für meinen Freund gab es dieses mal allerdings echte Hackbällchen, seine Fleischersatzschmerzgrenze war erreicht. Er probierte allerdings tapfer von meinen Tofubällchen, fand diese jedoch ziemlich fade. Natürlich schmecken sie nicht wie echte Fleischbällchen, aber das ist mir ja klar. Ich fand sie ok, man konnte sie ganz gut essen, was für mich bei Tofu schon eine gute Leistung ist. Ansonsten fanden wir das Gericht insgesamt sehr lecker. Es war schön würzig und abwechslungsreich. Einziger Minuspunkt - mir war das ganze zusammen mit Couscous serviert irgendwie zu trocken. Hätte mir dazu einen Dipp oder eine Sauce gut vorstellen könne.

 Vorgestern gab es Chinakol & Shiitake in Kokossauce. Alles in allem essbar, jedoch kein kulinarisches Gedicht. Trotz Zubereitung mit Kokossauce, was für mich sehr vielversprechend klang, da ich Gerichte mit Kokos liebe :)

Heute gab es Seitan-Tandoori-Spieße mit Reisnudel-Gemüse-Pfanne. Statt der Reisnudeln verwendete ich Soba Buchweizennudeln die ich noch übrig hatte. Die Nudeln mit dem Gemüse schmeckten uns gut, dass Seitan war uns allerdings viiiiel zu scharf. Natürlich kann das auch an der Tandooripaste liegen die ich gekauft habe, je nach Hersteller sind die sicherlich unterschiedlich intensiv. Unsere war sehr feurig. "Roh" schmeckte der Seitan meine Freund sogar noch ein wenig, aber insgesamt sagte er "ich hätte wie immer auf diesen Fleischersatz verzichten können". 

Da ich schon nicht genug Zeit hatte mich auch durch die Kategorien Salate und Suppen zu kochen, wollte ich doch zumindest eine der 9 Süßspeisenrezepte testen. Wir entschieden uns für die Kirsch-Schoko-Törtchen. Der Muffin schmeckte ganz gut, gefiel mir aber von der Konsistenz her nicht. Erstmal wurde er in der vorgegebenen Zeit im Backofen nicht fertig, ich musste ihn bedeutend länger drin lassen bis der Teig innen fertig gebacken war. Die Haube fand ich für meinen Geschmack zu hart und den Teig im unteren Teil dafür zu feucht und pampig. Nach einigem Ärger mit der nicht fest werden wollenden Sojaschlagsahne (dazu kann das Rezept an sich natürlich nix) habe ich fertige Soja-Sprühsahne gekauft. Insgesamt ganz lecker, habe allerdings schon viel bessere vegane Cupcakes & Muffins gegessen.

Fazit: Bis auf das Seitan-Gemüse in Erdnusssauce würde ich keines der Gerichte nocheinmal kochen, wenn dann in abgewandelter Form. Für mich waren die Gerichte oftmals zu zeitaufwendig bzw. die Ergebnisse dafür nicht überzeugend genug. Natürlich habe ich nur eine kleine Auswahl aus den insgesamt 43 Rezepten nachgekocht, eben diese welche mich von Bild und Zutatenliste am meisten ansprachen. Das Buch hat auf jeden Fall Charakter und Charme. Sarah Kaufmann beweist Talent damit, so viele abwechslungsreiche vegane Rezepte kreiert zu haben. Für Menschen deren Geschmack mit diesen Rezepten getroffen wird, sicherlich ein Schatz im Bücherregal.

Kommentare:

  1. Immerhin, deiner probiert es wenigstens. Meiner weigert sich standhaft "so ein Zeug" überhaupt zum Mund zu führen :-)
    Erdnuss-Sauce liebe ich zur Zeit auch, göttlich!
    Liebe Grüße
    Alruna

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  2. Kochbücher sind generell nicht so meins, ich mag da lieber Rezepte aus Blogs oder von Chefkoch und Co, wo ich anhand von Bewertungen und Kommentaren immerhin abschätzen kann, dass der Erfinder des Rezept nicht einen ganz speziellen, seltsamen Geschmack hat und das Rezept auch definitiv nachkochbar ist, ohne dass man verzweifelt.

    Tofu find ich inzwischen ganz lecker, aber häufiger als 1-2 Mal im Monat kann ich es nicht essen. Tempeh hab ich nur einmal in einem veganen Imbiss bekommen und es war superlecker. Hab nur leider so gar keine Ahnung, wie man das zubereitet ... und Seitan hab ich noch nie probiert, bin da irgendwie skeptisch. So eine reine Gemüsepfanne ziehe ich ohnehin oftmals solchen mit Tofu o.ä. drin vor.

    LG
    Liath

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