Mittwoch, 28. März 2012

Unsere Gedanken erschaffen Realität, auch beim Essen?

Wer meinen Blog schon lange verfolgt der weiß das ich mich viel mit Lebensführung auseinandersetze. Darunter auch mit Themen wie dem Gesetz der Anziehung, der Wirkung unserer inneren Einstellungen, Glaubenssätze, Gedanken und Gefühle auf unsere Außenwelt usw.
Gestern habe ich mal wieder interessiert den Blog der lieben Fruchtschnitte verfolgt, die z.Z. etwas über ihr Rohkostprojekt schreibt.
Dabei fiel mir ein Abschnitt ins Auge:

Ja, das wünsche ich mir. Weil ich weiss, dass die lustigen, bunten, kleinen veganen Kuchen, die sättigenden Hartweizennudeln, die ungewöhnlichen Sojakreationen genau das gleiche anrichten, wie Heroin. Abhängig. Süchtig. Alt. Häßlich. Krank.

Dies ließ mich ein wenig schmunzeln und über die Ernährungs- & Rohkostszene nachdenken. Es stimmt, da gibt es diese vielen beeindruckenden Menschen wie Kris Carr, Ani Phyo, Megan Elizabeth oder David Wolfe. Menschen die einfach fantastisch aussehen, jung, gesund und glücklich wirken. Sie propagieren das dies auf ihre Ernährung zurückzuführen sei. Mimi Kirk beeindruckt durch ihre jugendliche Ausstrahlung und ihr gut erhaltenes Äußers mit einem Alter von 73 Jahren... Was jedoch bei näherer Beschäftigung mit diesen Personen auffällt, ist ihre positive Lebenseinstellung. In fast allen Büchern liest man in extra Kapiteln etwas zum Thema Optimismus, Glücklich sein & fühlen, positiv denken usw. Ich frage mich manchmal ob es nicht genau diese Lebenseinstellung sein könnte, die diesen Menschen zu ihrem Strahlen, dem sogenannten "Glow" verhilft. Wenn ich mich z.B. Louise L. Hay anschaue, die mittlerweile 86 ist, so könnte ich dort ebenfalls bestätigen "oh she glows!". Und das obwohl Louise sich nicht rohköstlich ernährt und sogar manchmal Fleisch ist. Auf Youtube habe ich mal ein Video von einer extrem charismatischen, hübschen jungen Frau gesehen die begeistert für ihre "gesunde Ernährung" warb. Sie war so fit und gesund und strahlte von innen und was aß sie? Hauptsächlich Eiweiße und wenig Kohlenhydrate, natürlich viel "gesundes Fleisch" ;).
Heather Pace ist ebenfalls eine sehr beeindruckende junge Dame die nach 13 Jahren Veganismus (davon 5 Jahre größtenteils roh-vegan) aus starken gesundheitlichen Problemen zu einer Mischkost zurückkehrte, bestehend ebenfalls aus gekochtem und sogar Fleisch. All diese Menschen scheinen mit ihrer Ernährungsweise glücklich und zufrieden und strahlen Schönheit und Gesundheit aus, sie sind selten krank, sie sind aktiv etc. Sie verkörpern genau so die Attribute die man durch Rohkost erreichen soll.
Ich habe schon Menschen getroffen die sich z.B. seit Jahren makrobiotisch ernähren und mir erzählt haben, wie wahnsinnig gut es ihnen tut und das sie seitdem nichtmehr ein einziges Mal auch nur eine Erkältung hatten.
Genau so habe ich schon viele Menschen kennegelernt die sich z.B. rohköstlich ernähren und überhaupt keinen "glow" ausstrahlen, die im Gegenteil manchmal eher hager und verbissen wirken, missmutig und argwönisch.
Trifft man auf eine hübsche Yogalehrerin mit viel Ausstrahlung fragt man sich ebenfalls gleich: Ist das die Wirkung vom Yoga? Ist sie deswegen so ausgeglichen, hübsch und gesund? Schnell schleicht sich diese Frage in den Kopf. Wie macht der/die das? Woran liegt es? Wie ernährt er sich? Wie sieht sein Tagesablauf aus? Was macht er anders als ich?

Mir geht es hier auf keinen Fall um eine Kritik an Rohkost oder einer anderen Ernährungsweise! Ich halte Rohkost auch auf jeden Fall zu 100% für gesünder als die 0815 Mischkost mit hohen Anteilen an FastFood, Zucker, Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen und ungesunden Fetten! Ich frage mich nur oft ob Rohkost wirklich solche Wunder bewirkt wie man oft berichtet, oder ob es vielleicht bei den "Vorzeigerohköstlern" nicht einfach etwas mit ihrer gesamten positiven und optimistischen, hingebungsvollen Einstellung um Leben zu tun hat?
Vielleicht sind es nicht die Nahrungsmittel die uns krank machen oder heilen, sondern viel tiefgehenderes... Und was macht das mit mir, wenn ich glaube das alles Erhitze, jede Nudel, jede Gabel Kuchen, jede frittierte Pommes und jeder Schluck Sojamilch mit krank macht? Hässlich, süchtig, alt?

Kommentare:

  1. Hallo Wurzelschneiderin,
    wenn ich auf Rohkostblogs lese, dann finde ich immer wieder die gleichen Aussagen: JETZT geht es mir gut, jetzt schaue ich positiv und froh in die Welt hinein, genieße mein Leben, strahle ich von innen* und so weiter. Als ich mich noch "normal" ernährt habe, war ich depressiv, faul, fett, etc. Ich halte es für absolut wichtig, sich nicht nur um seine Ernährung, sondern ebenso um Sport, Sonne, ausreichend Schlaf aber auch emotionale Ausgeglichenheit, Glück, spirituelles Wachstum, etc zu kümmern. Ich habe den von dir zitierten Absatz aber für mich auch deshalb so hart formuliert, weil es mich nervt, dass ich es bislang noch nicht geschafft habe, 30 Tage am Stück roh zu sein. Und ich brauchte einfach für mich selbst harte Worte, warum ich das jetzt diesmal durchziehe.
    "Vielleicht sind es nicht die Nahrungsmittel die uns krank machen oder heilen, sondern viel tiefgehenderes!" - Vielleicht steckt halt doch in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist?
    Viele Grüße von der Fruchtschnitte

    *Ich frage mich in letzter Zeit häufig, ob der Ausspruch "Wahre Schönheit kommt von innen" wirklich auf die Charaktereigenschaften abzielt, oder ob damit möglicherweise nicht auch - zumindest teilweise - die Gesundheit durch die Ernährung gemeint ist?!

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    1. :) Ja den Satz "JETZT geht es mir gut, FRÜHER war alles anders" kenne ich natürlich auch, aber eben nicht nur von Rohköstlern, auch von anderen Menschen, manchmal sogar von welchen die sich überhaupt nicht großartig mit Ernährung auseinander setzten.
      Ich verstehe deine Motivation gut, mir geht es selbst auch so das ich hart mit mir ins Gericht gehen muss um mir schlechte Gewohnheiten wieder abzugewöhnen. Es war auch eher unwillkürlich jetzt ein Zitat von deinem Blog zu nehmen. Mein Beitrag bezog sich nicht auf dich und deinen Rohkostversuch. Nur das du das nicht missverstehst :).
      Es ging mir einfach prinzipiell um die Frage was eigentlich dahinter steckt, hinter Gesundheit, Wohlbefinden usw. und ob es wirklich mit unserer Ernährung zu tun hat oder eben mit unserer Einstellung.

      LG
      Karmi

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  2. Ich bin zwar süchtig (nach Schokki) aber ich glowe damit mehr, als mit Rohkost *lach*
    Ergo stimme ich dir zu und fordere dich (und andere) auf zu singen:
    "Today I choose Joy!"
    *yeah*

    We all are goddesses

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    1. Gestern hats funktioniert :) Heute auch. Fehlt nur noch die Schokolade *g*

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  3. Danke für den Beitrag! Ich denke auch, dass es nicht (nur) die Ernährung ist, die einen vital und schön wirken lässt, sondern vor allem auch, dass man das Leben genießt, statt damit zu hadern. Und wenn zum Genuss Süßkram und eine riesige Portion Nudeln gehört, dann ist das eben so und man sollte sich nicht einreden, dass man davon nur dick und picklig wird.

    Ich glaube übrigens, die missmutige Schnute, die ich ziehen würde, wenn ich nur Rohkost essen dürfte, wäre auch alles andere als schön und strahlend. ^^

    LG
    Liath

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  4. das regt zum denken an...
    ich finde das man mit dem richtigen denken viel bewirken kann, das wen man mit dem was man tut zufrieden ist stralt man mehr und scheint gesünder zu sein. Jemand der mismutig ist und villeicht nicht zufrieden mit seiner ernärung ist das gegenteil, und sollte sich überlegen wie er die umstelen kann...
    Weil das wichtigste ist das man sich erst mal selber wohlfühlt, wen das nicht gegeben ist bringt die beste ernährung nichts.
    Auch macht es beim essen das Gesunde mas aus.
    Ich esse nicht jedentag Fleich, besonders einma die woche ferzichte ich auch alles was Gelatine oder fleisch enthält. Aber ich esse auch gerne mal bei mc schaden tut es mir bisher nicht.
    Einige können nicht komplet auf Vegetarische kost umstellen wiel sie alergien haben oder villeicht vieles nicht mögen, das alles muss man ja auch beachten finde ich, udn das beinflust auch das denken über das essen.

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    1. Das Schöne ist, seit ich mich gesünder ernähre, sind meine Allergien viel besser geworden, und ich kann mittlerweile wieder Vieles essen, was ich vorher nicht essen konnte :-)

      Zum Mögen kann ich nur sagen daß es anfangs wirklich schwer ist, denn die Geschmacksnerven sind total kaputt durch die ganzen Geschmacksverstärker, und gesunde Kost schmeckt erst mal echt fad. Aber wenn man durchhält, dann wird alles bald besser, und mittlerweile schmeckt mir eine rohe Karotte viel besser als eine gut gewürzte Pommes :-)

      Wollt ich nur mal anmerken.
      Ansonsten stimme ich zu, man selber muss sich wohlfühlen, alles andere ist unwichtig!

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    2. Also aus Erfahrung kann ich auch sagen das man sich an bestimmte Ernährungsweisen erst gewöhnen muss. Als ich als Jugendliche Vegetarierin geworden bin musste ich mich auch erst an Gemüse, Obst & Salate gewöhnen, weil ich vorher fast nur Fleisch gegessen habe und im anderen nur lustlos rumgestochert wurde. Allmählich habe ich dann großen Geschmack an Gemüse & Co gefunden.
      Aber trotzdem war das nicht so eine Abneigung. Ich finde z.B. Rohkost vom Geschmack her gar nicht schlimm. Hab schon einiges an Rohkost z.B. "Pasta" oder Suppen probiert die geschmacktechnisch eigentlich ok waren, aber die Konsistenz & das rohe an sich fand ich manchmal richtig schauderlich.
      Mal von Nebenwirkungen wie ständigen Blähungen, aufgeblähtem Bauch, Unwohlsein usw. abgesehen. Aber klar, die Rohköstler haben dafür immer eine Erklärung ;). Die Geschmacksnerven sind kaputt, Entgiftungserscheinungen, Kombination von Obst & Gemüse vielleicht falsch, zu viel Fruchtzucker, zu weniger Abstand zwischen den Mahlzeiten usw.
      Ich hab auch schon von Rohköstlern gelesen, die das Ausbleiben der Periode bei der Frau nicht als Mangelerscheinung sondern ein Zeichen von Reinheit ansehen, dass die Frau keine Entgiftung in Form von Menstruationsblutung mehr nötig hätten.
      Und klar ist Rohkost ursprünglicher, aber wir Menschen erhitzen Nahrungsmittel auch schon seit über 50000 Jahren. Tausende von Generationen sind seitdem vergangen in denen sich der Körper angepasst hat. Von daher kann man denke ich nicht pauschal sagen erhitze Speisen sind für den Menschen ungesund und giftig.

      Mit meinem Beitrag ging es mir nicht um Rohkost, ich hab ihn nur an Hand von Rohkost als Beispiel für ALLE Ernährungsformen geschrieben. Also auch für Veganismus, 5 Elemente Ernährung, Makrobiotik, Trennkost usw.
      Ich bin auch der festen Überzeugung das all diese Ernährungsformen für unterschiedliche Menschen gut funktionieren. Allerdings bin ich auch davon überzeugt das es nicht DIE Ernährungsform für ALLE Menschen auf der Welt gibt. :)

      Das du so viele positive Erfahrungen mit deiner Ernährungsumstellung gemacht hast find ich super! Eine gesunde Ernährung die körperliche Beschwerden abschwächt oder heilt trägt natürlich ungemein zu allgemeinem Wohlbefinden und positiver Lebenseinstellung bei :)

      Liebe Grüße,
      Karmi

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  5. Hallo Karmi,
    ich muss zugeben, ich war schon ein bißchen verwundert, dass du dich auf meinen Post beziehst. Was mich so unwahrscheinlich ärgert: Ich glaube, dass du Recht hast. Ich glaube, dass es darauf ankommt, wie glücklich ich bin, wieviel ich liebe, wieviel ich lache, ob ich Sport mache etc. Ich bin neidisch darauf, dass Menschen süchtig nach Schoki sind und dabei "glowen". Das würde ich auch gerne. Ist aber nicht meine Realität. Mich macht Schoki abhängig, ich kann (konnte) nie nur EIN Stück essen, immer die ganze Tafel. Und dann was Fettiges. Und dann wieder was Süßes. Seitdem ich Kinder habe, der Stress sich vermillionfacht hat, der Schlaf sich proportional dazu verringert hat reicht ein durch die Gegend hüpfen und gut drauf sein einfach nicht mehr für mich. Ich bin abgeschlagen, kaputt, gereizt. Ich hoffe, dass ich durch die Ernährung einen neuen Schwung kriege, der mir fehlt. Spirituelle Arbeit macht Spaß, ist wichtig, tut gut, macht glücklich. Bin ich total bei euch, mache ich auch. Ich weiss es auch nicht, ich hoffe, ich finde eines schönen Tages ein paar Antworten auf ein paar Fragen. Viele Grüße von der Fruchtschnitte

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    1. Also falls es dich beruhigt, ich glowe auch nicht ;) Auch ich kämpfe im meinen Pfunden (zu mindest meinem Empfinden nach), ich bin süchtig nach Zucker und stopfe fast jeden Tag bergeweise Süßigkeiten in mich hinein und bin oft genug unausgeglichen. Ich hab nur bisher für mich festgestellt das Rohkost für mich auch nichts ist, weil ich dann noch misslauniger und unzufriedener werde. Essen an sich bedeutet für mich auch puren Genuss und da ich 95% der rohköstlichen Sachen nicht mag ist der Genuß gleich 0 für mich.
      Aber ich glaube das es nicht die Tafel Schokolade ist die mich daran hindert zu glowen, sondern die Gefühle die ich in mir wachsen lasse wenn ich eine Tafel gegessen habe. Nämlich das Gefühl versagt zu haben, etwas schlechtes getan zu haben, schwach gewesen zu sein, etwas ungesundes & dick machendes verschlungen zu haben usw. Ich hab sogar schon aus Bestrafung gegessen, also mich selbst bestraft indem ich irgendwas in mich hineingestopft habe von dem ich denke es ist nicht gut für mich.
      Das ist bei mir genau der Grund wieso ich mittlerweile dazu übergehe mich nicht mehr so intensiv mit Ernährungsweisen auseinander zu setzen. Das einzige was das bei mir bewirkt ist das Gefühl Dinge falsch zu machen und das den ganzen Tag über, denn Hunger und Appetit habe ich ständig und bei jeder Mahlzeit gehen dann meine neu gelernten Glaubenssätze durch meinen Kopf. Esse ich dann falsch, fühle ich mich scheisse. Esse ich "richtig" bedeutet das nicht, dass ich mich gut fühle, da es mir vielleicht nicht schmeckt, mich nicht lange satt macht usw.
      Es fällt mir leichter mich auf die ganzen anderen Aspekte meines Lebens zu konzentrieren und daraus ein Gefühl der Dankbarkeit und der Liebe zum Leben zu entwickeln. Lieber segne ich mein Essen und bin dankbar dafür und sage zu mir selbst das ich ok bin so wie ich bin wenn ich mal etwas "schlechtes" esse, als das ich mich durch meine eigenen Anforderungen bzgl. "gutem Essen" noch schlechter fühle.
      Aber dann gibt es diese Menschen denen das gelingt, die zu Rohkost kommen und darin aufgehen, die es genießen, denen es schmeckt, die davon körperlich natürlich profetieren und die einfach positiv schwingen. Ich schaffe das mit Rohkost nicht und ich weiß nicht ob es eine andere spezielle Ernährungform für mich gibt mit der ich das schaffen würde. Aber ich weiß das ich diesen "Glow" auch ganz unabhängig von meiner Ernährung erreichen kann und das ist ja schon manchmal schwierig genug, gerade wenn man wie du es erwähnst viele familiäre, gesellschaftliche und/oder berufliche Verpflichtungen hat.
      Liebe Grüße,
      Karmi

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  6. Das ist ja gut dass das mal jemand sagt. So kann ich mir den Blogpost sparen ( :
    Danke!

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  7. Wow, Karmi, danke für diese Antwort. Ich wünschte, ich wäre schon da, wo du bist. "Essen an sich bedeutet für mich auch puren Genuss und da ich 95% der rohköstlichen Sachen nicht mag ist der Genuß gleich 0 für mich."
    Das kann ich so unterschreiben. Rohkost ist für mich ein Konzept, dass in der Theorie wahnsinnig toll klingt. Ich habe ja gerade viel Zeit, im Internet zu surfen, weil ich ja liegen muss, und ich sehe auf vielen Roh - Blogs dann die Bilder des Essens. Ich denke (fast) nie: Oh, yummy, das will ich SOFORT auch. Sondern: Man, was stimmt denn nicht mit mir, dass ich das eklig finde und jetzt echt lieber was Leckeres vom Inder will? Weil das ist ja der Punkt: Wir kaufen zu 90% Bioprodukte, ich esse auch gerne 2 - 3 Stücke Obst am Tag und auch Gemüse mag ich in gekochter Form sehr gerne, muss mich nicht dazu zwingen, Blumenkohlpaprikacurry anstatt Pizza zu essen. Ich hab nen Vogel, merke ich gerade, wo ich hier so aus dem Nähkästchen plauder. Mein Mann sagt mir täglich, dass wir sehr gesund leben - vielleicht sollte ich mal anfangen, ihm zu glauben? Und die Rohkost Rohkost sein lassen? Ich habe schon von einigen Rohköstlern gehört, dass sie das Gefühl hatten, mit der Rohkost "angekommen", "nach Hause gekommen" zu sein. Tja, ich wohl nicht. Ich fühle mich eher wie auf Schüleraustausch in Nowosibirsk ohne Russischkenntnisse. Es wird jeden Tag besser, heimisch fühlt es sich jedoch nicht an. Ist das der Sinn des Lebens? Stelle ich mir vor, ich wäre 80 und läge im Sterben würde ich wohl sagen: Jaja, die Rohkostzeit war sehr lehrreich für mich, ich habe so viel ausprobiert, erfahren, gelernt. Toll. Und man, war ich froh, als sie endlich vorbei war ;-)
    In diesem Sinne, danke für's Inspirieren. Aspirierende Glowschnitte

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    1. Hihi, das mit den Gedanken am Sterbebett hab ich mir auch schon oft gedacht. Ich finde es ist totaler Luxus für den man sehr dankbar sein kann, dass wir hier und heute nicht mehr so viele Gedanken für unser Essen verschwenden müssen. Früher, bzw. in manchen Ländern auch heute noch, dreht sich der ganze Alltag nur ums Überleben, darum genügend Nahrung zu beschaffen usw. Wie wunderbar ist es da das ich heute so viele Stunden meines Tages in Zeit für andere Dinge habe?! Wenn ich persönlich mich allerdings strikt an bestimmte Ernährungsregeln halte bin ich einen Großteil des Tages mit Gedanken darum beschäftigt was ich wann esse, was ich essen kann und darf und was nicht. Alleine das macht mir schon schlechte Laune...
      LG

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  8. Ich kenne solche Aussprüche von Veganern. "Seit ich vegan lebe, hatte ich nichtmal mehr einen Schnupfen!" Ok, dann mache ich wohl irgendwas falsch, ich lebe auch vegan und bin nach wie vor mindestens einmal im Jahr richtig fies erkältet. Und auch sonst gehts mir gesundheitlich nicht besser als zu Omni-Zeiten, geschweige denn dass ich mich fitter fühle, wie soviele Veganer ja immer behaupten. Nix. Innere Einstellung ist eine ganz, ganz starke Kraft. Wenn die Psyche nicht ok ist, wird es der Körper auch nicht sein, egal bei welcher Ernährung. Meine Nachbarn sind das perfekte Beispiel, nur andersherum: die essen nur Billigfraß von Lidl, Fleisch aus Massentierhaltung, viel Zucker usw. Und das sind die fröhlichsten und lebensfrohesten Menschen, die ich in meinem näheren Umfeld kenne. Die LEBEN einfach nur und denken nicht soviel nach. Ich wünsche, ich könnte mir davon eine Scheibe abschneiden und sie mir zum Vorbild nehmen. Aber das ist mit einer nicht korrekt funktionierenden Psyche leider nicht so einfach...

    Liebe Grüsse,
    Monster

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    1. Also ich hab bisher auf fast allen Rohkostblogs schon von Erkältungen, Grippe & Co gelesen. Nur das die dann gerne als Entgiftungserscheinungen deklariert werden ;)
      Ja, das Glück ist mit den Dummen sagt man doch oft. Da ist nen bisschen was dran. Wer sich weniger Gedanken macht lebt oft unbeschwerter.
      LG

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  9. für mich ist die vegane rohkost freude pur, nicht mehr wegdenkbarer bestandteil meines lebens, seit sie mir begegnet ist. jedoch - ich stimme dir absolut zu: wenn sie kopfgesteuert, zwanghaft, aus theoretischen überzeugungen heraus, die nicht mit dem gefühl übereinstimmen, durchgeführt wird (denn "gelebt" würde ich das dann nicht nennen) - dann tut sie ganz bestimmt nicht wirklich gut. leben & essen soll freude machen, sich leicht anfühlen, sonst stimmt etwas nicht.
    ich wünsche jedem dieses tolle lebensgefühl, dass ich zu einem großen teil durch die rohkost kennengelernt habe ... wie auch immer ihr es finden mögt!

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    1. Ich finde das liest man auch wenn man deinen Blog durchgeht. Ich finds toll wenn Rohkost (oder welche Ernährungsform, Lebensinhakt, Hobby auch immer) Menschen so erfüllt und wenn sie es dann auch noch so nach außen ausstrahlen.
      Liebe Grüße

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  10. ich glaub, es geht einfach um integration. wenn du davon überzeugt bist, daß rohkost für dich das optimum ist und dich optimal versorgt und nährt, dann ist es so. wenn du davon überzeugt bist, daß dich kochkost glücklich macht und optimal versorgt, dann ist es eben so.
    essen ist ja nicht nur ein nährstofflieferant. essen bereitet freude und lust. bei manchen menschen in roher, bei anderen in gekochter form (oder auch gemischt).

    schwierig wird es, wenn ich gar nicht mehr weiß, wie ich meinem körper zuhören kann, weil die kommunikation von störgeräuschen überlagert ist (z.b. von unverträglichkeiten, fixierungen, süchten, glaubenssätzen etc.). dann wird auch das integrieren schwierig.

    ja, und ich glaube auch (ah, ein glaubenssatz), daß glück und glowing nicht nur von der nahrung als solcher abhängen, sondern auch von unserer einstellung zu ihr, von unserem integrationsvermögen.

    eine sache frage ich mich jedoch tatsächlich: wie kann ich davon ausgehen, daß produkte von gequälten, kranken, ausgebeuteten tieren glück in den menschen auslösen können? das raffe ich einfach nicht.

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    1. Ja genau das meine ich, diese Integration :).

      Das mit den Störgeräuschen empfindeich auch als schwierig. Mir sagen die Leute oft: "Was versuchst du denn immer mit deiner Ernährung, wieso probierst du so viel aus? Dein Körper wird dir schon sagen was du brauchst! Wenn es ihm nach Schokolade gelüstet dann braucht er sie auch, ebenso Fleisch, einen Apfel oder Blumenkohl."
      Aber genau das sehe ich nicht so, denn hinter unseren Nahrungsgewohnheiten und Bedürfnissen steckt so viel mehr. Da sind Süchte, da ist Gewohnheit, da sind emotionale Bedürfnisse wie "Hunger nach Liebe", Langeweile, Wut usw. Unser Körper sagt uns eben nicht ständig was er grade braucht. Wenn mein Körper sagt er will ne Zigarette oder einen Schnaps dann steht dahinter ja auch kein gesundes Bedürfnis sondern eine Sucht, oder ein Bedürfnis z.B. nach Entspannung, Zuwendung, Ruhe oder was auch immer.
      Aber das verstehen die meisten Menschen irgendwie nicht...

      Ja das mit den gequälten Tieren finde ich auch schwierig. Wobei ich mir oft denke, dass ich persönlich ja davon ausgehe das Pflanzen auch beseelte Lebewesen sind. Einige Untersuchungen zeigen ja sogar auf das Pflanzen ebenfalls Gefühle habe (siehe z.B. http://www.epochtimes.de/539089_geheime-pflanzenwelt-die-gruene-intelligenz-.html). Wo ist da die Grenze? Fast jeder würde eine Kuh essen aber nicht seinen Hund. Manche zwar eine Kuh aber kein Kaninchen (weil das ist ja süß). Wieder andere kein Tier aber einen Salat der vielleicht genau so Todesängste hat und Schmerzen spürt (ich weiß, dass ist jetzt sehr gewagt das zu behaupten).
      Dann versuche ich das manchmal aus spiritueller Sicht zu betrachten. Der Kreislauf von Leben und Tod ist normal, unsere Seele ist unsterblich und der Tod nur eine Illusion, eine Transformation. Das gilt für Menschen wie für Tiere. Natürlich töte ich trotzdem keinen Menschen, aber Tiere vielleicht, um mich davon zu ernähren. Fakt ist das wir immer Lebewesen töten müssen um selbst zu überleben. Wenn ein Mähdrescher Korn einfährt sterben dabei Hamster, Mäuse, Kaninchen, manchmal auch Füchse, Dachse usw. Aber wir essen trotzdem Brot. Unser Gemüse wird (soweit nicht Bio) mit Pestiziden gespritzt die "Schädlinge" töten und vielleicht noch einige weitere Lebewesen (usw. usf.).Eine Ernährung ohne den Tod eines anderen Lebewesens ist also gar nicht möglich.
      Was natürlich widerrum nicht heißen soll das wir somit ja eigentlich unbedenklich alles in uns hineinstopfen sollten was wir in die Hände kriegen! Sind nur so ein paar Gedanken die mir manchmal durch den Kopf gehen.

      Liebe Grüße

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    2. "Eine Ernährung ohne den Tod eines anderen Lebewesens ist also gar nicht möglich"
      ... doch ist sie! iss früchte! damit tötest du kein lebewesen, der baum/busch/strauch bleibt am leben & produziert weiterhin früchte ... um seine samen/kerne zu verteilen & für seinen nachwuchs zu sorgen. dabei hilfst du ihm dann sogar :)
      das ist _meine_ spirituelle sicht auf dieses thema :)

      die umsetzung klappt beim leben im "zivilisierten" (urbanen) kontext natürlich nur begrenzt.
      aber. zu erkennen, dass dein brot den tod anderer lebewesen verursacht & weiter brot zu essen, oder das spritzen von pestiziden zu unterstützen, kann die lösung nicht sein, oder???

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    3. Hm auch hier würde das nur gelten wenn ich ausschließlich unbehandelte Früchte zu mir nehme. Außerdem ist eine ausgewogene regionale Versorung mit Früchten in unseren Breitengarten auf Grund des Klimas ja gar nicht möglich. Exportfrüchte aus warmen oder tropischen Ländern sind wiederrum nicht sonderlich ökologisch. Das kann man natürlich weiterspinnen, ob durch den damit einhergehenden Klimawandel nicht auch wieder Lebewesen beeinträchtigt bzw. getötet werden. Natürlich hätte das direkte Essen erstmal keine tödliche Konsequenz, aber die Auswirkungen an sich evtl. schon.
      Mal ganz davon abgesehen das ich persönlich davon überzeugt bin das sich ein Mensch nicht sein Leben lang rein von Früchten ernähren kann ohne Mangelerscheinungen zu entwickeln. Der Mensch ist kein frudivore, auch wenn einige "Experten" etwas anderes behaupten mögen. Das wirst du sicherlich anders sehen, was auch ok ist :). Das ist nur meine eigene Überzeugung & von daher ist es für mich auch keine praktizierbare Konsequenz.

      Vielleicht müßen wir uns einfach damit abfinden das wir durch den Kreislauf des Lebens immer andere Lebewesen beeinflussen & auch töten? Das es immer so war und immer so sein wird? Das dies einfach die Natur ist?

      Alternativ bliebe dann als ökologischste und erhabenste Ernährungsform wohl nur die Pranaernähung, also Lichtnahrung. Aber das ist wohl auch kein Tipp für die Allgemeinheit :)

      LG

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    4. wir sind alle eins, alle lebewesen, natürlich beeinflussen wir uns alle gegenseitig ... zu sagen jedoch, ich könne nicht verhindern zu töten & müsse mich damit abfinden ... damit kann _ich_ mich nicht abfinden.

      letzten endes ist es meine entscheidung, wo & wie ich lebe. wenn in den mitteleuropäischen breiten ein leben meinen vorstellungen entsprechend nicht möglich ist, muss ich halt woanders hingehen.
      insbesondere die unterstützung der in vielerlei hinsicht rücksichtslosen & anderes leben missachtenden nahrungsmittelindustrie (pestizide, ernten mit maschinen, abholzung für anbau, usw) durch unser konsumverhalten ist, spätestens sobald ich mir der zusammenhänge bewusst geworden bin, eine entscheidung. für oder gegen mein gewohntes/bequemes leben, gegen oder für das recht auf leben für alle(s).
      und kein "abfinden" mit unvermeidlichem.

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    5. Klar, man könnte auch einfach zum Jainismus konvertieren, mit einem dünnen Mundschutz bekleidet herumlaufen um keine Insekten mehr einzuatmen, mit einem Besen vor sich herkehren um nicht auf etwas zu treten, sich möglichst wenig bewegen und vor Einbruch der Dunkelheit nichts essen weil ja Insekten ins Essen fallen und sterben könnten...

      Ich stehe dazu das ich mein gewohntes und bequemes Leben liebe. Ich bin achtsam in vielem und hinterfrage viel, ziehe auch einige Konsequenzen daraus, aber ich bin kein Mensch der extreme. Aber ich weiß das ich trotzdme geliebt bin, so wie jedes Wesen auf diesem Planeten :). Man kann einfach nicht alles kontrollieren. "Abfinden" ist vielleicht das falsche Wort, therapeutisch würden wir es "radikale Akzeptanz" nennen. Ich weiß wenn ich nichts mehr von all dem schädlichen, schlimmen und todbringendem in der Welt unterstützen wollen würde, dann müsste ich ohne Kleider am Leib, ohne Geld, ohne Strom, ohne dein Dach über dem Kopf (oder vielleicht in einer Höhle?) in der Wildnis leben und von Samen und Obst leben. Aber das will ich nicht. Was nichts daran ändert das ich es toll finde von Menschen zu lesen die soetwas praktizieren. Jeder kann die Welt verändern wenn er bei sich selbst anfängt, egal wie klein oder groß seine Schritte sind :)

      LG

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    6. zugegeben, ich kann vielleicht aufgrund meiner grobstofflichkeit nicht verhindern, gelegentlich auf kleinstlebewesen zu treten & sie dabei zu töten. aber ehrlich - insekten einzuatmen gehört zu den absoluten ausnahme-erfahrungen in meinem leben, und in mein essen fällt eigentlich auch nie was. selbst wenn, schadet es ihm nicht, auf eine banane oder papaya zu fallen (im gegensatz zu einer suppe, in der es vielleicht ertrinken oder einem kochkostgericht, in dem es durch die hitze getötet würde ... also noch ein argument für früchte pur :)) )

      es geht mir nicht um kontrolle, sondern nur um die von dir erwähnte achtsamkeit. akzeptiere, was nicht zu ändern ist - alles andere wäre sinnlos & selbstzerstörerisch. aber was änderbar ist & dir nicht gefällt - da erscheint es mir wiederum sinnlos & selbstzerstörerisch, es hinzunehmen. selbst wenn das momentan machbare nur ein tropfen auf dem heißen stein zu sein scheint.

      "Jeder kann die Welt verändern wenn er bei sich selbst anfängt, egal wie klein oder groß seine Schritte sind :)"

      genau! nicht mehr & nicht weniger wollte ich sagen :)

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  11. amala, ich meinte nicht, dass meine Nachbarn WEGEN ihrer Nahrung glücklich sind, ich wollte damit nur sagen, dass man nur glücklich und unbeschwert sein kann, wenn man nicht alles zerdenkt, sondern einfach mal lebt. Mit meinem Gewissen wäre es niemals mehr vereinbar, Dinge aus Quälerei zu essen. Aber da haben wir es wieder, ich mache mir Gedanken, ich weiss um diese Problematik, meine Nachbarn machen sich diese Gedanken nicht und sind unbeschwerter als ich. Und sie sind gesund, trotz dieser Ernährung. Womit wir wieder bei innerer Einstellung wären...

    Liebe Grüsse,
    Monster

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