Samstag, 3. November 2012

Ahnenfest

Unsere Ahnen, wer sind die eigentlich? Kenne ich überhaupt noch jemanden aus meinem direkten Ahnenkreis? Was weiß ich noch über meine Großeltern, meine Urgroßeltern und all die anderen Familienmitglieder in dessen Adern das gleiche Blut floss? Diese und andere Fragen beschäftigten uns gestern Abend bei der kleinen Ahnenfeier die ich gegeben habe. Ich lud zu exotischer Kürbis-Kokos-Bananensuppe und kalten Getränken, eine liebe Freundin brachte noch köstlichen Kürbis-Reis Salat und natürlich durften auch Brotbeilagen und kleine Knabberein nicht fehlen. Mit gefüllten Mägen und wohlig warm im Kerzenschein sitzend begannen wir irgendwann ganz von alleine uns auszutauschen. Zu irgendeinem Thema über das man gerade sprachen, fiel jemandem etwas ein das er von seinem Großvater gehört hatte. Eigenarten, Begebenheiten, Erinnerungen. Wir stellten fest das es in vielen Familien eine Art großes Schweigen gibt, Dinge über die man nicht spricht, zum Beispiel den Krieg und alles was man dort erlebt hat. So weiß man einige Dinge gar nicht über seine Vorfahren, manches wurde einfach totgeschwiegen. Doch es gab neben Verschwiegenem auch viel zu erzählen, lustiges, schmunzelhaftes, ernsthaftes.
Es war wunderbar zu sehen wie tatsächlich jeder der Anwesenden begann sich an dem Gespräch zu beteiligen. Selbst die Skeptiker und Stirnrunzler in der Runde, welche es Überwindung gekostet hat überhaupt an diesem Abend teilzunehmen, beteiligten sich.
Für die Ahnen gab es einen kleinen Altar der mit Fotos und Kerzen geschmückt war. Natürlich durften sie ebenfalls an dem Mahl teilhaben. Es wurde Suppe & Kürbisstuten serviert.
Selbst die Katzen genossen den gemütlichen Abend in vollen Zügen, gesellten sich unter uns und bewachten dösend die Räumlichkeiten. So verflog die Zeit, die Töpfe und Flaschen leerten sich, dass plaudern und lachen wurde mit jedem Menschen der sich verabschiedete leiser und verklang in der frühen Nacht gänzlich als alle sich auf ihrem Weg nach Hause befanden.

Das Foto von mir wurde von der Wilden Wölfin aufgenommen

Kommentare:

  1. Ganz ganz toll klingt euer Ahnenfest! Ich denke oft an meine Ahnen, rede auch viel darüber, weil ich weiss, dass ich ohne sie nicht wäre. Zum Glück wurde bei uns nie etwas totgeschwiegen, sodass ich einen reichen Erinnerungsschatz habe.
    Mir wurde gerade wirklich ganz warm ums Herz, als ich deinen Artikel las. Grüße von Nina

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  2. das klingt nach einen schönen abend.
    Schön das sich alle daran beteiligt haben, und was erzählt haben.

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  3. Ach das klingt einfach wundervoll.

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