Donnerstag, 14. Februar 2013

Fastenzeit {Negativitaet}


Auf einigen Blogs ist es ja schon Thema gewesen in den letzten Tagen - die Fastenzeit. Es ist eine christliche Tradition von Aschermittwoch bis Ostern zu fasten, in Gedenken an die 40tägige Fastenzeit von Jesus Christus. Traditionell entfällt in dieser Zeit der Konsum von Fleisch. Jedoch kann man die Fastenzeit auch anders auslegen und auf Genussmittel wie Zucker, Kaffee, Zigaretten und Alkohol verzichten, oder sich in Gewohnheiten wie Konsum, Fernsehen, Computerspielen, Diskobesuche usw. einschränken.
Wie die meisten meiner Leser wissen, bin ich keine Christin. Trotzdem habe ich mir dieses Jahr einige Gedanken gemacht ob und inwiefern ich diese traditionelle Fastenzeit für mich nutzen soll.
Ich trinke kaum Alkohol, rauche nicht, auf Zucker versuche ich das ganze Jahr über immer wieder (mehr schlecht als recht) zu verzichten, ich ernähre mich zu über 90% vegan und esse derzeit keine Tiere. Vor ca. 3 Jahren habe ich eine Kollegin bewundert, welche die Fastenzeit für sich nutze um ihren Konsum einzuschränken. Ihr war aufgefallen das sie ständig irgendwelche Sachen kauft und seien es nur Kleinigkeiten und vermeintliche Schnäppchen. Also hörte sie für 40 Tage auf zu shoppen und genoss diese konsumfreie Zeit (nebenher sparte sie in diesen Tagen eine beachtliche Summe Geld).
Ich bin jedoch zu einem anderen Entschluss gekommen, ich möchte in den 40 Tagen bis Ostern versuchen jegliche Negativität zu meiden. 40 Tage lang möchte ich ganz bewusst positive und schöne Gedanken wählen.
In letzter Zeit merke ich zum Beispiel oft, dass ich mich von vielen Dingen runterziehen lasse. Seitdem ich mich vermehrt mit Veganismus beschäftige, fühle ich mich oft desillusioniert und hilflos. Ich denke viel an all das Leid auf der ganzen Welt und wieviel schlechtes wir Menschen uns gegenseitig, anderen Lebewesen und letztendlich dem Planeten antun. Ich komme mir vor wie bei Matrix, nachdem ich die rote Pille genommen habe kenne ich die Realität und kann nichtmehr vergessen was ich weiß. Desto mehr ich über die Hintergründe von Massentierhaltung lese, desto entmutigter und schlechter fühle ich mich (ebenso Berichte aus dem Sparten Artenschutz, Umweltschutz, Politik etc.). Wenn ich auf Menschen treffe die mit mir über Ernährung diskutieren wollen, merke ich wie wütend und traurig ich mit der Zeit über die Ignoranz und Uneinsichtigkeit vieler Menschen werde. Die Beschäftigung mit solchen Themen verursacht in mir einen riesigen Weltschmerz, negative Gedanken, Freudlosigkeit und Trauer.
Es wird Zeit, wieder die Schönheit des Lebens zu sehen!

Warum das Ganze?
  • Unser Denken und unsern Handeln beeinflusst unser Fühlen. Wähle ich positive Gedanken und Handlungen, so kann ich damit meine Stimmung bedeutend beeinflussen. Dabei geht es nicht darum den Kopf in den Sand zu stecken und eindeutig negative Erlebnisse zu verdrängen oder nicht wahrhaben zu wollen, sondern darum sich alles unter verschiedenen Gesichtspunkten anzusehen. Ist die Tatsache das mir morgens meine Tasse Kaffee umkippt Grund mir gehörig die Stimmung und den ganzen Tag vermiesen zu lassen? Oder kann ich üben bewusst darüber hinwegzusehen, zu schmunzeln oder sogar zu lachen?
  • Unsere Gedanken erschaffen unsere Realität. Wenn wir immerzu daran denken was wir nicht haben, was wir nicht können, was wir nicht wollen - erschaffen wir damit nur noch mehr Mangel an gewünschtem, Unvermögen mit Dingen umzugehen oder Situationen in unserem Leben die wir eigentlich vermeiden wollen.
Wie möchte ich das ganze praktisch umsetzen?
  • Vermeidung negativer Schlagzeilen, Nachrichten, Medien etc. Das heißt zum Beispiel keine Bücher mehr über Massentierhaltung, keine Zombie- und Horrorfilme, keine Nachrichten im TV oder in den Printmedien (man wird ja über Internet, Radio und seine Umwelt immer auf dem laufenden gehalten über das Geschehen in der Welt). Die Berichterstattung unserer Medien ist extrem einseitig und auf negative Geschehnisse ausgerichtet.
  • Arbeit mit positiven Gedanken und Affirmationen. Sich beim Blick in den Spiegel ein Lächeln schenken und "ich liebe dich" sagen anstatt "man sieht du heute fertig auf" oder "ich muss dringend abnehmen". Wenn man einmal aufmerksam auf seine Gedanken achtet, stellt man fest wieviele dieser Gedanken destruktiver, negativer und abwertender Natur sind. Ich möchte versuchen diese Gedanken einfach bewusst wahrzunehmen und wenn möglich um zu formulieren.
  • Katastrophenphanatsien einschränken. Ich bin ein Mensch der dazu neigt sich viele Sorgen zu machen (um mich selbst genau so wie um andere). Wenn ich merke das ich Horrorphantasien nachhänge und mir ausmale was für schlimme Dinge passieren könnten, möchte ich dieses negativen Gedankenkreisn unterbrechen und versuchen, positive/schöne/lustige Gedanken/Vorstellungen zu haben.
Wichtig ist, dass es nicht darum geht Gefühle zu unterdrücken. Wenn es triftige Gründe dafür gibt wütend, traurig oder enttäuscht zu sein, ist es wichtig diesen Gefühlen Raum zu geben.

Today, I choose joy!

Kommentare:

  1. Sher, sehr schön deine Idee! Und dabei etwas, das immer wieder ins Hintertreffen gerät. Bin gespannt, wie´s dir damit geht! :)

    Alles Liebe dir,
    Frau Momo

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  2. Finde ich sehr spannend und gleichzeitig eine sehr große Aufgabe, die Du dir da stellst! Ich wünsche Dir einen starken Willen und viel Kraft, Dein Projekt durchzuführen.
    Vielleicht lässt Du uns ja zwischendurch immer mal an Deinen Erlebnissen teilhaben....

    Viel Glück und liebe Grüße
    Silberweide

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  3. Das ist eine gute Sache die Du da vorhast. Ich denke auch, dass es den Menschen gut tut wenn mehr Freude und Zufriedenheit in der Welt sind und man sich nicht so viel Zeit und Energie für das Negative, das Schlechte nimmt.
    Liebe Grüße von Marie

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  4. Huhu Karmindra,

    Kann es sein das du das Buch von Sharon Gannon, yOGA UND vEGETARISMUS gelesen ;O)? Mich hat es beeindruckt und mir Entgültig die Augen geöffnet. Nach drei jahren Vegetarischer ernährung bin ich nun seid anfang Februar auch überzeugter Veganer.Ich weiss wie du dich fühlen musst wenn du auf Menschen triffst die von all dem nichts wissen wollen, (das macht Hilflos und auch Wütend). Obwohl es doch Offensichtlich ist, das wenn wir Menschen nicht einsehen wollen, wir somit unseren Planeten zu grunde richten werden. Aber es gibt ja auch schon ein umdenken, mitlerweile gibt es ja immerhin schon mehr als 700,000 Vegetarier, und Veganer:O)
    Liebwink Angela

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    1. Hi Angela,
      ja das habe ich unter anderem auch gelesen (http://hexengefluester.blogspot.de/2013/01/buchtipp-yoga-und-vegetarismus.html). Zuletzt habe ich "anständig essen" gelesen, aber das habe ich nach der Hälfte weggelegt weil ich es nichtmehr ertragen konnte...
      Man muss sich wirklich mehr darauf konzentrieren was schon gut läuft und wieviele Menschen schon etwas tun, als sich darauf zu fokussieren was alles schief läuft.

      Liebe Grüße,
      Karmi

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  5. Die Idee ist toll, und ich versuche lustigerweise sie schon seit ein paar Tagen umzusetzen, seit ich "Bestellungen beim Universum" angefangen habe zu lesen. Da war ein Abschnitt, in dem man, wenn man negative Gedanken hat, ein innerliches "Mantra" aufsagt. Bei mir scheint das tatsächlich zu funktionieren, und ich habe seitdem weniger oft negative Gedanken. Und wenn doch, kann ich sie imer gleich umwandeln :-)

    Das mit dem Veganismus kommt mir leider bekannt vor. Ich war anfangs total unten wegen all der negativen Erfahrungen, der dummen Sprüche und den sturen Menschen, die nicht sehen wollen was wir damit anrichten. Da muss man sich leider eine Mauer schaffen. Seit ich nicht mehr darüber diskutiere, gehts mir damit auch besser. Ich weiß daß das nicht optimal ist, denn eigentlich finde ich schon daß die Menschen aufgeklärt werden müssten. Aber dadurch erfährt man erst all die negativen Sachen. Also habe ich es aufgegeben und versuche nun dadurch "aufzuklären" daß ich einfach tolle Sachen esse, nicht darüber diskutiere und eben durch meine Handlungen zeige daß vegan sein eben toll und richtig ist. Ich hoffe sehr daß es funktioniert.



    Auch wenn ich mir manchmal sehr uninformiert und weltfremd vorkomme... ich habe schon vor einiger Zeit aufgehört Zeitung zu lesen und Nachrichten zu schauen. Ja, dann weiß ich eben nicht was in der Welt so passiert, aber lieber das, als daß mich negative Schlagzeilen ständig runterziehen...

    Beste Grüße,

    Kivi

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  6. Uninformiert, Kivi? :D Bewusst sehr einseitig informiert die Presse. Und ich habe die Theorie, dass ganz bewusst mit den Gefühlen der Menschen gespielt werden soll. Eine hilflose, abgelenkte, nicht selber denkende Masse ist halt angenehmer...;) Insofern habe ich auch kein schlechtes Gewissen, dass ich "nicht/ nur sehr rudimentär informiert" bin. Frag mal die Leute, was sie mit all´ dem Wissen tun. Nicht aggressiv. Aber es ist sehr interessant. Meist kommt die Antwort: "Um informiert zu sein" oder "Man muss doch wissen, was in der Welt geschieht." Um-zu-Konstellationen funkitionieren in meinen Augen häufig nicht.
    Geht´s den Leuten besser? - Nein! Bewegen sie deswegen mehr? Meistens auch nein. Ich habe tiefen Respekt vor denjenigen, die sich informieren und dann auch motiviert sind, für die Welt etwas Positives zu bewirken - durch Handlungen, Meditation, Güte... Und hey: Jedem das Seine. Aber ich halte es für ausgesprochen intelligent, sich nicht mit Halbwahrheiten zu beschäftigen. Verdrängung ist wieder was Anderes. Ich denke, wir wissen alle, dass es in dieser Welt Licht wie Schatten gibt. Ein Grund mehr, der Welt Licht zu sein! Immer wieder neu.
    Ups, ich wollte gar nicht predigen. Naja, nu ist es raus! ;)

    Euch einen wunderschönen Montag und alles Liebe,
    Frau Momo

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  7. Zuerstmal eine sehr schöne Seite. Stimme dir in vielen Dingen zu. Praktiziere seit einem knappen Jahr Yoga in einem sehr sehr schönen Kurs hier in Berlin. Seit dem 1.1.13 faste ich Süßigkeiten und Kuchen ganz bewusst, habe einfach all die Jahre zuviel Süßes gegessen und diese Fastenzeit tut mir sehr gut. Hatte ursprünglich vor bis Ostern zu fasten, werde es jedoch weiter machen!

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