Samstag, 27. April 2013

{Gartenliebe} Pflanzenmarkt im UmweltKulturPark

Letzten Monat las ich das Buch "Vom Gärtnern in der Stadt" von Martin Rasper. Ich staunte nicht schlecht als in dem Buch davon berichtet wurde, dass es ganz in meiner Nähe das älteste Permakulturprojekt Deutschlands gibt! Der UmweltKulturPark ist ein 12h großes Areal im Dortmunder Süden. Der Park wird ehrenamtlich von dem Mitgliedern des 1986 gegründeten Permakulut Dortmund e.V. betrieben. Auf dem Gelände gibt es eine reiche Artenvielfalt, es finden sich Beerensträucher, Obstbäume, Gemüse, Wildkräuter, Kräuterspiralen, Hecken, Trockenmauern, Bienenstände usw. Der Park zeigt typische Permakultur Merkmale wie z.B. die Zonierung in intensiv genutze und weniger arbeitsaufwendige Bereiche und Obstwiesen.

Was genau ist Permakultur denn überhaupt? Schauen wir bei Wikipedia nach, so finden wir folgendes Zitat:
„Permakultur ist das bewusste Design sowie die Unterhaltung von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen, die die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen besitzen. Die Philosophie hinter Permakultur ist eine Philosophie, die mit und nicht gegen die Natur arbeitet, eine Philosophie, der fortlaufenden und überlegten Observation und nicht der fortlaufenden und gedankenlosen Aktion; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren.“
ursprüngliche Definition der Permakultur nach Bill Mollison
Es wird versucht, alle vorhandenen Ressourcen nützlich in ein gemeinsames System zu integrieren.In M. Raspers Buch beschreibt er dies am Beispiel des Wasserkreislaufes. Der Permakultur-Gärtner versucht den Regen möglichst Effektiv zu sammeln und zu verwenden. Wenn er es zum Beispiel in Gräben versickern läßt die das Gemüse bewässern, so hat er schoneinmal das Gemüse versorgt. Wenn er einen Teich anlegt, so hat er einen Wasserspeicher, aber zusätzlich auch einen Lebensraum für Tiere geschaffen. Diese reichern das Wasser mit Nährstoffen an. Wenn in diesem Teich nun eine Kröte lebt, so ernährt diese sich von Nacktschnecken, auch die anderen Tiere die am Teich trinken dezemieren Insektenschädlinge. Bei der Pflanzenwah würde darauf geachtet das diese nicht nur hübsch anzusehen sind, sondern sich positiv auf den Sauerstoffhaushalt des Wassers auswirken, als Lebensmittel dienen oder Baumaterial liefern. Jedes Element im Garten soll verschiedene Elemente erfüllen.

Außerdem gibt es die drei ethischen Grundsätze:
*Achtsamkeit im Umgang mit der Erde (Earthcare)
*Sorgsamkeit im Zusammenleben mit anderen Menschen (Peoplecare)
*Gerechtes Teilen (Fair Shares)

Aber zurück zum heutigen Tag - auf der Homepage des UmweltKulturPark las ich von einem am 27.4. stattfindenen Pflanzenmarkt, auf dem man unter anderem Wildkräuter, Beerensträucher und Gemüse erstehen könnte.
Also makierte ich mir den Termin rot im Kalender und brach heute Mittag mit meinem Liebsten zusammen auf.

Der Park überraschte mit einem wirklich wundervollen Garten. Ich musste gleich an Aines Lebensgefährten denken, der auf seinem Grundstück ebenfalls einen Permakulturgarten betreibt.  Eine gewisse bzw. schon stärkere Ähnlichkeit hatte das Ganze. Nur das diese Gartenlandschaft in Deutschland lag und nicht in der Wildniss Irlands. Ein gemulchter Weg führte vorbei an Gräsern und Wildkräutern, einer Streuobstwiese mit blühenden Obstbäumen, hin zu einem kleinen Törchen hinter dem sich einige Verkaufsstände drängten. Es war richtig voll! Schon auf dem Weg vom Auto zum Park kamen uns einige Leute bepackt mir Kartons, Kisten und Paletten voll Pflanzen entgegen. Aber wird sind trotzdem noch fündig geworden.

Allerdings hätten wir uns bessere Transportmöglichkeiten überlegen sollen, mit Einkaufstaschen kommt man ja nicht so weit... Ich verliebte mich jedenfalls ein eine schon etwas größere Beinwellpflanze, Liebstöckel und Beifuß. Außerdem nahm ich noch einen kleinen Topf einer koreanischen Moxapflanze mit. Das ist eine asiatische Beifußart die dort ebenfalls für heilige Zeremonien und zur Räucherung verwendet wird. Bei ein bisschen Internetrecherche fand ich heraus, das Moxa interessanterweise auch in der TCM Therapie eingesetzt wird.

Im Polytunnel gab es Unmengen Tomatensorten. Wir konnten uns gar nicht entscheiden! Ehrlich gesagt müsste ich jetzt erst die Nummern vergleichen um sagen zu können welche Sorten wir gewählt haben... Auf jeden Fall waren "Ananas" Tomaten dabei, die werden ziemlich groß
und gelb.

Wir liefen noch ein wenig über das Gelände um alles zu bewundern. Außerdem gab es einen Stand mit leckerem Kuchen für winzigen Preis. Überhaupt waren auch die Pflanzen alles andere als teuer! Da habe ich gestern im Obi Baumarkt bei weitem tiefer in die Tasche gegriffen und nicht annährend so schöne Pflänzchen erstanden! Für alle Leute aus dem Ruhrgebiet ist ein Ausflug in den UmweltKulturPark nur zu empfehlen. Wir werden sicherlich wiederkommen! Beim nächsten Pflanzenmarkt sind wir aber besser vorbreitet was Körbe & Co anbelangt. Außerdem lohnt sich denke ich frühes Aufstehen so damit man schon gegen 11 Uhr wenn es losgeht vor Ort ist.



Weiterführende Links zum Thema Permakulturgärtnern:
http://permakultur-akademie.net/front_content.php?idcat=8&lang=1
http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Permakultur
http://de.lovos.org/permakultur/
http://www.permakulturwerkstatt.net/

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