Mittwoch, 12. Juni 2013

{Healthy Eating} Saftfasten Tag 1 & 2

Fasten und ich - das scheint einfach nicht zu funktionieren. Manchmal glaube ich, die einzige Chance eine Fastenkur (egal wie kurz) durchzuhalten, bestehe für mich darin in eine Art Fastenhotel zu fahren und mit anderen zusammen durchzuhalten. Mit Gleichgesinnten und einigen Programmpunkten aus dem Bereich Wellness und Fitness, dass stell ich mir irgendwie einfacher vor.
Aber zurück zu meinen Safttagen. Es fing schon mit der Zubereitung am frühen Morgen an. Das Entsaften hat viel länger gedauert als es geplant war - evtl. lag es auch an der bösen Schlummerfunktionstaste meines Weckers das ich nichtmehr im Zeitplan war. Wegen meiner zwei Säfte wäre ich fast nicht mehr pünktlich zum Frühdienst erschienen.
Der Morgensaft schmeckte grauenvoll. Die geballte Ladung Blattgemüse in Kombination mit Koriander und Petersilie sorgte dafür, dass sich quasi die Fussnägel hochrollten beim trinken. Erst wollte ich den Saft löffeln, um ihn länger und besser eingespeichelt einzunehmen. Aber nach ein paar Löffeln war klar - da hilft nur Nase zuhalten und runterexen... Danach war ich vor allem eins - nicht satt! Die Gedanken kreiselten nur um das Essen, dass leere unbefriedigende Gefühl im Magen etc.
Gegen 10 Uhr erlaubte ich mir eine Tasse Getreidekaffee. Das sorgte sogleich für ein wohlig warmes und sattes Gefühl. Dann passierte es, meine Kollegin und ich bekamen ein Stück Kuchen geschenkt. Das war natürlich der Anfang vom Ende. Ich wollte den Kuchen weder wegwerfen, noch wollte ich ihn verschenken, da die Person ihn extra für mich gekauft hatte. Also aß ich das Stück, trank zum Mittag meinen zweiten Saft der erträglich schmeckte, aber auch nicht lecker war. Außerdem war es sehr wenig, gerade mal um die 350ml. Es blieb noch ein Essen übrig - vegetarische Lasagne. Da ich mittlerweile riesigen Hunger hatte aß ich ein bisschen davon und den Gurkensalat den es dazu gab. Gegen 13 Uhr bekam ich fürchterliche Kopfschmerzen, was ich dem schwülwarmen Wetter zuschreibe. Mir bleib nur der Griff zur Schmerztablette - "was für eine Entgiftungstag" dachte ich selbstironisch. Anstatt meinen Körper zu entlasten und ihn nur mit frischen Säften zu versorgen, stopfte ich ihn mit Zucker, leeren Kohlenhydraten und Medikamenten voll. Zu Hause musste ich mich erstmal hinlegen so müde und Kopfschmerzgeplagt war ich. Als ich Nachmittags entschloss noch etwas im Garten zu tun (geschlafen hatte ich nicht), hatte ich einfach extrem miese Laune, Hunger und vor allem Lust, nein Gier auf etwas fastfoodiges, auf möglichst ungesundes und - was nicht sehr oft vorkommt - auf Fleisch. Alleine bei dem Gedanken an meinen Abendsaft mit roter Beete *schauder* sank meine Laune nocheinmal um mehrere Stockwerke in den Keller. Ich war nölig und mies drauf, meckerte vor mich hin und bat meinen Liebsten mich vor dem nächsten Fastenversuch daran zu erinnern, dass ich für sowas nicht geschaffen bin. Ende vom Lied - es gab keinen Abendsaft, dafür einen Dönerteller vom Lieferservice.
Ein unbefriedigender Ausgang, da ich mich nach dem Genuss von fleischhaltigen Fastfoodgerichten nicht nur körperlich, sondern auf geistig schlecht fühle.
Also beschloss ich heute den gescheiterten Fastenversuch einfach als Chance anzusehen. Immerhin habe ich jetzt eine riesige Menge gesundes Grünzeug und frisches Obst zu Hause. Säfte kann ich mir damit immernoch machen und es fällt mir leichter zwanglos eine Mahlzeit durch einen Saft zu ersetzen als einen Tag oder länger nur Saft zu mir zu nehmen.
Heute früh gab es also veganen Haferbrei mit Banane und zum Mittag selbstkreierten indischen Linseneintopf mit Spinat und einer großen Schüssel grünem Salat. Heute Abend wird es einen Saft geben.

Leider konnte ich gestern wegen Zeitmangel keine Fotos von den Säften machen. Der Frühstückssaft war so so so grün! Sah schon toll aus - wenns jetzt noch so geschmeckt hätte ;)

Kommentare:

  1. Ich würde das auch nie im Leben hin kriegen... Hab schon öfter mal mit dem Gedanken gespielt, aber ohne feste Nahrung im Bauch - oder wenigstens die Aussicht darauf - lauf ich Amok ;-)

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  2. Hallo Karmi, ich würde das auch nie hinkriegen - ich halte es aber auch nicht für sinnvoll ;-)
    Habe gerade vor 5 Minuten dieses Video gesehen https://www.youtube.com/watch?v=lUI6YnKcFQg
    Auch wenn ich mir schon denken kann, dass du nicht so der Freelee - Fan bist, konnte ich gerade nicht anders, als diesen Link dalassen.
    Alles Liebe von Nina

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  3. Ich habe vor so was echt Respekt. Aber mir würd´s sicher wie dir gehen: Ständig an Essen denken macht einfach keinen Spaß... Die Idee mit dem Fastenhotel find ich gar nicht so übel. Und dein Fazit, dich nicht mit so was zu kasteien, wenn´s nicht deins ist, ist noch besser!^^ V.a. wenn es dir mit Fasten einfach am Ende nur schlecht geht (siehe Heißhunger!). Vielleicht ist´s einfach auch nicht der richtige Zeitpunkt. Du hast ja auch nen stressigen Job. Ich würd so was nie zu meinen normalen Dienstzeiten machen und packen... :/

    LG; Frau Momo

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  4. Urgs... Ich würde da spontan dem Koriander die Schuld geben, daß der erste Saft nicht geschmeckt hat. Das Zeug hatte ich mal frisch gekauft weil ich Dahl machen wollte, und man sagte mir, das MUSS da unbedingt rein. Wenn ich Petersilie kaufe, dann nasche ich gerne ein paar Blättchen. So auch hier, aber da hätte ich am Liebsten gleich wieder ausgespuckt. Normalerweise hab ich Geschmacksnerven wie Drahtseile (gerade habe ich ein halbes Glas eingelegten Knoblauchs mit Senf gegessen, so viel dazu), aber Koriander? Nienienie wieder... *würgbrech*

    Vielleicht solltest du dich dabei einfach nicht an irgendwelche Vorgaben halten? Sowas schaffe ich selber nie. Ich packe in meine Smoothies und Säfte, was mir beliebt, und dann schmecken sie mir auch, und Hunger stellt sich auch nicht ganz so schnell ein. Vielleicht magst du ja eher Säfte mit mehr Obst?
    Auf jeden Fall keinen Koriander *lach*

    Schade daß es nicht geklappt hat und du nachher Heißhunger hattest. Aber mach dir keine Gedanken und auch kein schlechtes Gewissen. So ist das nun mal.

    Ich drück dich!!

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  5. Ohje .... Du Ärmste!!
    Als ich am Montag deine Post gelesen habe, fand ich die Idee endlich mal frische Gemüsesäfte zu probieren total gut und habe ich spontan beschlossen mitzumachen, aber aus Zeitmangel& Co erst gestern den Einkauf geschaftt und bin heute mit Tag eins gestartet...

    Obwohl ich die Säfte wirklich total lecker fand, bin ich auch in der Heisshungerfalle gelandet und heute Abend über das Abendessen das ich für meine Familie bereitet habe, hergefallen *lach*.
    Ein Glas Saft pro Mahlzeit ist mir auch defenitiv zu wenig!!
    Mal schauen wie Tag II morgen wird ;-), ich habe beschlossen weiter zu machen und zu schauen wie es mir mit den Säften geht.
    Hungrigen Gruß aus dem Siegtal von der Dryade

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  6. ach karmi...es tut mir leid, daß dein saftfasten so eine negative erfahrung war. aber wie du schon sagtest: jetzt hast du lauter frische sachen daheim, die du wunderbar auf andere weise genießen kannst.

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  7. Solche Aktionen sind einfach nicht für jeden, und sie müssen auch in die Situation passen. Vor zwei Jahren habe ich ein ganz großartiges Saftfasten durchgehalten, und dieses Jahr habe ich nach drei Tagen abgebrochen, weil meine Haut sich in großen Patches ablöste (zu wenig Fett, nehme ich an). Anstatt solche Extrem-Kuren zu planen, die den Körper extrem belasten, gewöhne ich mir lieber langfristig Essgewohnheiten an, die solche Entgiftungsaktionen überflüssig machen. ^^

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  8. Hihi...jetzt musste ich doch lachen.
    Aber das ist kein Auslachen!
    Denn das klingt alles SOOO nach mir.
    In mir ist eine tiefe Sehnsucht nach Fasten, da ich (bisher leider nur einmal) spüren durfte wie toll man sich fastend fühlt. Kein weiteres Mal hab es bisher wieder dahin geschafft. Ich bin immer hoch motiviert und schaffe mal 1, ganz selten mal einen 2. Tag. Auch ich hab meinem Mann schon mehrfach gesagt, er sollte mich beim nächsten Mal dran erinnern, dass Fasten wohl nichts für mich ist. Er meint aber jedes Mal nur "War wohl nicht der richtige Zeitpunkt - warte halt ab"
    Nimm Dir vielleicht nur einen Tag vor? Und dann ohne Säfte - einfach nur (...) trinken?
    Besser wie gar nichts oder so doofe Tage, die man sich entschlackend vorgenommen hatte und die dann schlimmer enden als die üblichen ;-)
    Viele Grüße
    Amelie

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  9. Schon beim Lesen hatte ich einen komischen Geschmack im Mund.
    Warum quälst du dich so? Meine Motivation für das Saftfasten wäre dahin, wenn es nicht schmecken würde. Da gibts doch sicher geschmackvollere Alternativen, oder?
    Ich selbst kenne mich zu gut, für mich wäre so ein Fastenurlaub das bessere, wenn ich mit Anderen gemeinsam so etwas starten könnte(leider zu teuer für mich)

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