Donnerstag, 29. August 2013

{Hexenkueche} Holler-Vogelbeer Gelee


Die schönen roten Beeren der Eberesche die bei genauerem Hinsehen ausschauen wie klitze kleine Äpfelchen sind keinesfalls wie weit verbreitet angenommen wird giftig. Jedoch enthalten die  Parasorbinsäure, was bei rohem Verzehr zu Magenproblemen und Durchfall führen kann. Wer die rohen Beeren jedoch einmal probiert hat weiß das man wohl kaum in Versuchung käme mehrere davon zu essen - sie schmecken nämlich sehr bitter. Durch Erhitzen wird die Säue umgewandelt, so das die so genannten Vogelbeeren zu einem guten Nahrungsmittel für uns werden.
Sie sind nicht nur sehr Vitamin C haltig, sondern werden auch in der Heilkunde eingesetzt und sind sogar im Ayurveda bekannt.

Will man Gelee oder Marmelade aus Vogelbeeren kochen sollte man entweder gleich ausschließlich Früchte der Mährischen Vogelbeere ernten da diese von Natur aus kaum bitter ist, den ersten Frost abwarten der wie bei Schlehen für eine besseren Geschmack der Früchte sorgt oder die Beeren entbittern. Dazu kann man die Beeren über Nacht in einen Liter Wasser mit 3 EL Essig geben welches am nächsten Tag weggeschüttet wird.


Der Holunder ist ein gar zauberhaftes Gewächs. Er ist in unsere Kultur tief verwurzelt, viele Mythen und Sagen ranken sich um ihn. Er ist der Frau Holle geweiht und allerhand Brauchtum weiß man noch über ihn zu berichten. So war es in manchen Gegenden üblich vor dem Holler den Hut zu ziehen, einen Holunder zu fällen brachte Krankheit und Tod, manchmal der ganzen Familie. Dagegen war es gut einen Holler am Haus zu haben, denn er schütze für Blitzschlag und Krankheiten. Holla beschützt Tier und Mensch, daher sollte man dem Holunder Respekt zollen. Die Germanen glaubten ihre Göttin Freya in diesem Busch lebend und gute Hausgeister sollen dort ebenfalls hausen.

Ringel, Ringel, Reihe,
wir sind der Kinder dreie,
wir sitzen unterm Hollerbusch,
und machen alle husch, husch, husch.
(Alter Kindervers)

Der Holunder ist ebenfalls eine sehr heilkräftige Pflanze, neben den Beeren sind in der Küche ebenfalls auch die vorher blühenden Dolden zu verwenden um daraus schmackhaften Sirup herzustellen oder sie in kleine Küchlein einzubacken.

Zutaten für Vogelbeer-Holunder Gelee:
  • 500 Gramm Vogelbeeren
  • 500 Gramm Holunderbeeren
  • 1 kg 1:1 Gelierzucker (besser 1:1 als 2:1 oder sogar 3:1 da der Gelee sonst zu bitter wird)
  • Wasser
Zubereitung:
Die Beeren verlesen, waschen und getrennt voneinander in wenig Wasser kochen bis sie weich sind. Dann durch ein feinmaschiges Sieb oder durch ein Küchentuch pressen. Ich habe stattdessen den Safteinsatz meines Standmixers genutzt. Fall vorhanden die Beeren inkl. Wasser in den Siebeinsatz gießen, der Mixer zerkleinert die Beeren, der Saft wird durch das Sieb nach außen gepresst. Den so gewonnenen Saft zusammenmischen. Wenn nicht ganz 1 Liter erreicht ist kann er mit Wasser oder einem Fruchtsaft nach Geschmack aufgefüllt werden. Ich habe ein klein wenig mit Holundersirupwasser aufgefüllt. Saft auskühlen lassen und dann nach Anweisung mit dem Gelierzucker aufkochen. Noch heiß in ausgekochte Marmeladengläser füllen. Dieser verschließen, 5 Minuten auf den Kopf stellen und erkalten lassen.


Der Holler-Vogelbeer Gelee schmeckt süßlich und vorrangig nach Holunderbeere mit einer leicht bitteren Note im Nachgeschmack, ähnlich einer Bitterorangenmarmelade. Ich finde ihn sehr lecker und noch dazu ist er gesund.

1 Kommentar:

  1. Ein sehr schöner Artikel den ich gerade entdeckt habe! Dein Holler-Vogelbeer Gelee ist sicher der Knaller :)
    Wenn du Lust auf einen Gastbeitrag auf meiner Seite hast gib Bescheid. Würde mich freuen.

    lg
    Soheil
    shopgesund

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