Mittwoch, 20. November 2013

{Things about your life} Mein Rezept gegen den Winterblues


Nebel & Raureif in Irland

Es ist soweit, die Tage werden immer kürzer und selbst nach der Wintersonnenwende am 21.12. scheinen die Tage noch lange nicht merklich länger zu werden.
Da ergreift viele von uns der Winterblues - an dieser Stelle also im Rahmen von Inas "Things about your life" meine Tipps gegen Jahreszeitbedingte Niedergestimmtheit.

Sauna, Therme, Hamam
Einer meiner Lieblungsausflüge in den dunklen Monaten - und auch schonmal während der hellen Jahreszeit - ist der in eine Therme oder Saunalandschaft. Die heißen Aufgüsse und ätherischen Öle während eines Saunagangs helfen unserem Körper sich zu reinigen und bringen eine große Portion Entspannung. Da ich ein großer Hitzefan bin liebe ich diese Form der Körperpflege, das Gefühl als wenn brennende Luft meinen Körper einhüllt und Hitze mit jedem Atemzug meine Lungen erfüllt. Aber keine Sorge falls ihr Hitze in dieser Form nur schlecht vertragt, es gibt auch Infrarot- und Farbsaunen, generell Sauna ohne Aufgüsse und Dampfbäder. In einer Einrichtung mit mehreren Saunen gibt es immer Angaben der Höchsttemperatur und in vielen Räumen ist es einfach angenehm warm und einem wird erst mit längerem Aufenthalt dort heiß. Das schwimmen im warmem Wasser (ich favorisiere warme Solebäder) tut ebenfalls sehr gut, entspannt und weckt die Lebensgeister. Wer sich mal etwas ganz besonderes leisten will, dem empfehle ich einen Besuch in einem türkischen Hamam. In diesem Dampfbad kann man meistens zwischen verschiedenen Programmen wählen. In orientalischer Atmosphäre kann man sich mal so richtig einseifen und ab schrubben lassen. Dort gehen Männer & Frauen übrigens immer getrennt hin und man ist auch nicht komplett nackt. Also eine gute Alternative für alle die sich nicht gerne gänzlich unbekleidet unters Volk mischen wollen.

Achtsame Naturspaziergänge
Gerade jetzt im Herbst gibt es so wundervolle Naturschauspiele zu beobachten. Wir haben hier um diese Jahreszeit sehr oft und viel Nebel, dass sieht vor allem in Kombination mit dem noch nicht gefallenen roten, gelben und orangenen Herbstlaub wundervoll aus. Auf Gewässern liegt oft ein Dunstschleier wie aus einer verwunschen Märchenwelt. Frost und Raureif bilden Morgens eine unwirkliche Glitzerlandschaft und im Licht von Straßenlaternen hüllen sie Abends selbst triste Straßenzüge in eine funkelnde Atmosphäre. Wie wunderschön sehen Blätter, Gräser und Beeren bedeckt mit Frost aus?! Eiskristalle am Fenster, die Muster welche Frost auf Autodächern bildet, Eisgebilde auf Teichen und Tümpeln. Auch in der dunklen Jahreszeit gibt es so viel Schönheit da draußen, wir müssen sie nur lernen wahrzunehmen. Also dick einpacken und raus an die frische Luft, denn Bewegung, Sauerstoff und ein bisschen UV-A Strahlung zur Bildung von Vitamin D helfen gegen den Winterblues.

Sonnentagebuch oder die Gräfin mit ihren Bohnen
Setze dich jeden Abend hin und schreibe mindestens drei Dinge auf die dich heute erfreut oder angenehm berührt haben. Hast du einen schönen Sonnenaufgang gesehen, eine leckere Tasse Tee getrunken oder einen Anruf von einer Freundin erhalten? Forscher haben herausgefunden das wir unser Gehirn darauf trainieren können mehr positive Dinge wahrzunehmen. Auch wenn es uns manchmal nicht so erscheint, jeden Tag passieren Dinge für die wir dankbar sein können und die schön sind, aber oftmals nehmen wir diese gar nicht wahr. Auch das haben wir trainiert und unser Gehirn ist darauf eingestellt Schönes einfach auszublenden und negativem mehr Gewicht beizumessen. Ich frage mich jeden Abend im Bett für welche Dinge ich am heutigen Tag dankbar bin. Ein Sonnentagebuch sollte man mindestens drei Monate lang täglich führen. Zum Beispiel bis Imbolc oder zur Frühjahrstagundnachtgleiche. Vielleicht seit ihr eher haptisch veranlagt? Dann wäre diese Geschichte vielleicht eine Anregung für euch:

Die Geschichte von der Gräfin...
die sehr, sehr alt wurde, weil
sie eine Lebensgeniesserin
war.

Sie verliess nie das Haus,
ohne zuvor eine Hand voll
Bohnen einzustecken. Sie tat
dies nicht etwa um die Bohnen
zu kauen, schon gar nicht um
sie irgendwo einzupflanzen.
Nein, sie nahm sie, um so die
schönen Momente des Tages
bewusster wahrzunehmen und um sie besser in Erinnerung
behalten zu können. Jede positive Kleinigkeit,
die sie tagsüber erlebte,
z.B. einen fröhlichen Klatsch
auf der Strasse, das Lachen
eines Kindes, ein köstliches
Mahl, eine fantasievoll
gekleidete Frau, einen schattigen Platz in der
Mittagshitze, einen rück-
sichtsvollen Mitmenschen,
für alles, was die Sinne erfreute, liess sie eine Bohne
von der rechten in die linke
Jackentasche wandern. Manch-
mal waren es gleich zwei oder
drei.

Abends sass sie dann zu
Hause und zählte die Bohnen
aus der linken Tasche. Sie
zelebrierte die Minuten,
lauschte dabei zu inniger
Musik. So führte sie sich vor
Augen, wie viel Schönes ihr an
diesem Tag widerfahren war
und freute sich. Und sogar an
einem Abend, an dem sie bloss
eine Bohne zählte, war der Tag
gelungen – hatte es sich zu
leben gelohnt.

Quelle unbekannt

Mußestunden
Die langen dunklen Abende eignen sich hervorragend um sich zu Hause endlich mal all den Dingen zu widmen für die sonst keine Zeit bleibt. Strickt, häkeln, näht oder filzt ihr? Wolltet ihr schon immer mal irgendeine Handarbeitstechnik erlernen? Bei euch stapeln sich die Bücher die ihr immer mal lese wolltet? Da gibt es dieses interessante Rezept das bisher nicht gekocht wurde? Ihr möchtet noch für die Julzeit dekorieren, überlegt ein Ritual für Imbolc im Februar? Ihr schreibt Geschichten oder fotografiert? Eigentlich wolltet ihr doch endlich mal eine bestimmte Fremdsprache lernen? Etwas zu erschaffen, neues zu lernen, kreativ zu sein, sich Zeit zu nehmen gibt uns ein gutes Gefühl. Ich sitze derzeit viel an Bastelein für meine Juldeko und für die Julzeit voller Wundern. Auch Weihnachtsgeschenke plane und besorge oder bastel ich derzeit schon mit Freuden. Außerdem ist Herbst und Winter für mich die Jahreszeit zum Handarbeiten. Erstmals seit der Grundschule habe ich etwas gehäkelt, schon mehrere Projekte wurden erfolgreich gestrickt. Es ist einfach ein schönes Gefühl etwas neues zu lernen und geistig To-Do-Listen abhaken zu können.

Fühl dich wohl in deiner Haut
Wir Frauen jammern ja sowieso gerne an uns herum, doch im Winter, da ist es meines Empfindens nach besonders schlimm. Die fehlende Sonne läßt uns immer öfter zur Schokolade greifen, die kurzen Tagen vermiesen uns die Lust auf Sport und Bewegung. Die Vorweihnachtszeit überschüttet und täglich mit Süßspeisen und die Festtagesessen kommen oft opulent und fettig daher. Also kommt auch oft der berühmte Winterspeck. Aber hey - hört auf euch Gedanken darüber zu machen und an euch rumzumäkeln. Ich halte es schon seit Jahren so das ich mir im Winter ein paar extra Pfunde zugestehe. Natürlich bin ich nicht begeistert davon, aber ich denke mir dann immer "Tiere futtern sich auch ihren Winterspeck an" und tröste mich damit das Fett schließlich auch wärmt ;). Konzentriert euch stattdessen darauf euch ganz viel Gutes zu tun und nicht negativ über euch zu denken. Gönnt euch heiße Bäder und massiert euch danach mit warmem Kokosöl ein. Eure Haare freuen sich über eine extra Portion Pflege, zum Beispiel eine Ölkur über Nacht. Legt ab und zu eine pflegende feuchtigkeitsspendende Gesichtsmaske auf. Wenn ihr in den Spiegel schaut schenkt euch ein Lächeln und sagt euch selbst "Du bist wunderschön" oder ein "Ich liebe dich". Das mag einem Anfangs albern, komisch und falsch vorkommen, aber es wirkt. Ich trage im Winter gerne besonders hübsche Accessoires in fröhlichen Farben. Grau in Grau würde meine Stimmung nur herunterziehen. Wie sieht es aus mit bunten Schals, Armstulpen, Mützen? Ach und nur weil es Winter ist muss man nicht in einem dick gepolsterten Kartoffelsack herumlaufen. Experimentiere worin du dich wohl fühlst. Mit der richtigen Zwiebeltechnik kann man sich auch fernab von dickem Strickpulli und Skihose warm anziehen.

Ich wünsche euch allen eine freudvolle und herzerwärmende Winterzeit.

Kommentare:

  1. Es sehr schöner und motivierender Beitrag, danke dafür :)

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  2. Sooo herrlich inspirierend! Danke!!!
    Lieben gruß,
    Manja
    www.manja-herkner.de

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  3. Ganz tolle Ideen,besonders die Dankbarkeits-Bohnen-Technik :) Die Dankbarkeit geht mir im Winter oft flöten,weil ich nur noch schwarz und grau sehe. Ich habe mir jetzt extra ein sonnengelbes Heft zugelegt,in das ich abends meine Hochs notiere. Aber die Bohnen wären eine schöne Alternative für unterwegs,weil man seine Aufmerksamkeit tagsüber schon ganz bewusst auf die positiven Dinge richtet. Vielen Dank dafür!

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  4. Hab mir gleich mal ein paar Sachen auf die To-Do-Liste geschrieben, Saune ich komme :) Vielen Vielen Dank!

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  5. Zeit für mich, extra viel Pflege und kreativ sein - da schließe ich mich doch gerne an! =)

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  6. Ich versuche mich immer mental auf die Wintermonate vorzubereiten, aber wenn dann einmal die Zeitumstellung kommt, trifft es mich doch immer wieder hart. Ich vermisse das Licht und gerade in der letzten Woche, in der eigentlich der Nebel sich nur um ein paar Meter gehoben hat und die Sonne nicht existierte trifft es mich besonders hart. Mein Lieber Gefährte hat uns zwar ein niedliches Saunahäuschen in den Garten gestellt und er kümmert sich ganz rührend um mich, weil er das schon kennt, aber trotzdem habe ich immer Probleme bis ich mich eingegrooved habe..
    Ich wünsche Dir warme und gute Tage für Herz und Seele..
    lg Gesine

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  7. ich werd die Zeit zum Malen nutzen... vielen Dank für die Inspiration

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  8. Danke für den tollen Beitrag und die vielen guten Ideen. Da wird die Winterzeit doch gleich viel schöner. So richtig toll finde ich den Namen Sonnentagebuch. Den werde ich mir merken :)
    LG Kosmo

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